Alte Tomatensorten

Alte TomatensortenAlte Tomatansorten erleben in der Gegenwart eine Renaissance. Die Früchte historischer Sorten wirken wie der Gegenentwurf zu den geschmacksarmen und wässrigen Tomaten aus dem Supermarkt.

Was sind alte Tomatensorten?

Alte Tomatensorten sind im Gegensatz zu sogenannten Hybridsorten samen- und sortenecht. Das bedeutet, dass die Tomaten gezüchtet wurden, indem die Blüten stets nur mit dem Samen einer anderen Pflanze der gleichen Sorte bestäubt wurden. Alternativ wurde der Samen der eigenen Pflanze verwendet, da Tomaten Selbstbestäuber sind. Auf diese Weise entsteht eine sortenreine Tomatenpflanze. Bei diesen Tomaten lässt sich exakt vorhersagen, welchen Geschmack, welche Farbe, welche Größe und welche weiteren Eigenschaften die Früchte besitzen.

Sogenannte Hybridsorten enthalten hingegen die Erbanlagen von mindestens zwei unterschiedlichen Mutterpflanzen. Bei diesen Pflanzen kann nicht vorhergesagt werden, welche Tomaten im zweiten Jahr entstehen. Dies hängt von den jeweiligen Genen ab, die sich bei der Zucht durchsetzen. Dadurch ist es nicht möglich, die im Handel angebotenen F1-Hybridsorten auf diese Weise zu vermehren. Hybridsorten werden gezüchtet, um den Tomaten bestimmte Eigenschaften zu verleihen. Dabei spielen die Vorteile für den Einzelhandel eine wichtigere Rolle, als die Vorteile für die Kunden. Der Handel verlangt nach Tomaten, die rund, gleichmäßig rot gefärbt sind und sich gut für den Transport über längere Strecken eignen. Im Idealfall können die Tomaten unreif geerntet werden und reifen während der Lagerung und des Transports vollständig aus. Dass dabei häufig der Geschmack auf der Strecke bleibt, wird billigend in Kauf genommen.

Geschmackliche Unterschiede

Ein typisches Merkmal alter Tomatensorten ist der unverwechselbare Geschmack. Jede Sorte hat ihr eigenes Aroma und eignet sich entweder zum sofortigen Verzehr vom Strauch, als Grundlage für die Herstellung von Soßen und Salaten oder als Gemüsebeilage zu Fleischgerichten. Das Spektrum an Geschmacksrichtungen reicht von fruchtig-frisch über süßlich-mild bis hin zu aromatisch-scharf. Generell sind die Früchte alter Tomatensorten deutlich saftiger als Tomaten aus dem Supermarkt. Tomaten stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika, wo sie bereits vor 2.000 Jahren von den Mayas und den Azteken kultiviert wurden. Zuchtmerkmale wie schneller Wuchs, hohe Resistenz gegen ungünstige Klimabedingungen, gleichmäßige Früchte und lange Haltbarkeit spielten damals eine untergeordnete Rolle. Alte Tomatensorten haben wie die historischen Vorgänger eine dünnere Schale, die nicht an die Festigkeit von Hybridtomaten herankommt.

Formen- und Farbenvielfalt

Alte Tomatensorten zeichnen sich durch eine ungeheuer große Farbenvielfalt aus. Keineswegs erschöpft sich die Natur im ausschließlichen Hervorbringen gleichmäßig rot gefärbter Früchte. Das Farbenspektrum reicht von scharlachroten Sorten über orangefarbene, grüne und violette bis hin zu fast schwarzen Tomaten. Selbst schlohweiße und mehrfarbige Früchte finden sich unter den alten Tomatensorten.

Was für die Farbenvielfalt gilt, gilt auch für die Formen. Die klassische runde Form bildet in der Natur eher die Ausnahme und ist bei alten Tomatensorten nur selten anzutreffen. Es gibt länglich, bauchige und ovale Tomaten. Manche Sorten haben eine charakteristische Herzform, während andere eher an Wachteleier erinnern. Selbst Früchte in einer leicht geschwungenen Flaschenform finden Sie unter den historischen Sorten. Einige Tomatenpflanzen bringen winzige Früchte hervor, die an Beeren erinnern. Selbst gestreifte Exemplare und Früchte in Birnenform können Hobbygärtner im eigenen Garten aussäen und ernten.

Samen und Zucht

Die Anzucht der Tomatenpflanzen erfolgt bei alten Sorten ausschließlich aus Samen. Vorgezogene Pflänzchen, wie sie im Frühjahr als Hybridversion in den Gartenabteilungen der Baumärkte und im Gartenfachmarkt erhältlich sind, gibt es bei alten Tomatensorten nicht. Dieser vermeintliche Nachteil hat bei genauer Betrachtung durchaus Vorteile. Aus den Samen der einmal herangezogenen Früchte ziehen Sie im kommenden Jahr exakt die gleichen Tomaten wieder heran und müssen kein Geld in neuen Samen investieren. Im Internet erhalten Sie eine Vielzahl unterschiedlicher Samen, aus denen Sie auf dem Balkon oder im Garten Tomatenpflanzen ziehen können.

Bezüglich der Pflege und des Standortes haben die Pflanzen alter Tomatensorten bestimmte Ansprüche. Da die leckeren Früchte ursprünglich in trockenen Regionen Süd- und Mittelamerikas beheimatet sind, ist Staunässe unbedingt zu vermeiden. Gießen Sie die Pflanzen nur so viel, dass die Wurzeln nicht in einem Wasserbad stehen. Beim Gießen sollten Sie außerdem darauf achten, die Kanne immer seitlich und nicht von oben anzusetzen. Herkömmliche Komposterde oder Hornspäne eignen sich als Dünger. Grundsätzlich sollte der Standort jährlich gewechselt werden. Bei Tomatenpflanzen, die im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse gezogen werden, muss die Erde ausgetauscht werden, wenn die Saison vorbei ist.

Hervorstechende Eigenschaften alter Tomatensorten

Alte Tomatensorten überzeugen mit einigen hervorstechenden Eigenschaften. Die historischen Sorten mussten robust genug sein, um mit wechselnden Umwelteinflüssen klarzukommen und durften nicht anfällig für Krankheiten oder Schädlingsbefall sein. Die bei Tomaten typische Braunfäule tritt bei den historischen Sorten vergleichsweise selten auf. Während die hybriden Sorten vornehmlich für die Massenproduktion optimiert wurden, spielt bei den alten Sorten der Geschmack eine entscheidende Rolle. Da es den Händlern verboten ist, mit nicht zugelassenen Tomatensorten zu handeln, werden viele alte Tomatensorten als Zierpflanzensaatgut gekennzeichnet. Allerdings ist allein das Fehlen der Kennzeichnung „Hybride“ oder „F1“ noch kein zuverlässiges Merkmal, dass es sich um eine alte Tomatensorte handelt. Im Zweifelsfall lohnt eine konkrete Nachfrage beim Anbieter.

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